Katzen Parasiten – Endoparasiten

Katzen sind nicht nur von Flöhen und Zecken bedroht – auch Wurmbefall ist eine häufig unterschätzte Gefahr. Ob Spulwürmer oder Bandwürmer: Viele dieser Endoparasiten verursachen bei starkem Befall erhebliche gesundheitliche Probleme. Besonders Freigänger sind gefährdet, sich zu infizieren. Da einige Würmer sogar auf den Menschen übertragbar sind, ist regelmäßige Vorsorge essenziell. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Wurmbefall erkennen, vorbeugen und richtig behandeln.

Katzen Parasiten – Endoparasiten
Katzen Parasiten – Endoparasiten

Das Wichtigste in Kürze

  • Hohe Infektionsgefahr für Freigänger: Besonders Freigänger-Katzen infizieren sich leicht mit Spul- oder Bandwürmern.
  • Symptome variieren stark: Leichter Wurmbefall bleibt oft unbemerkt, schwerer führt zu Durchfall, Gewichtsverlust oder Blutarmut.
  • Übertragungsgefahr auf den Menschen: Z. B. Katzenspulwurm und Fuchsbandwurm können zoonotisch sein.
  • Regelmäßige Entwurmung notwendig: Mindestens viermal jährlich – bei Bedarf häufiger, besonders bei Freigängern oder Mutterkatzen.
  • Spulwürmer häufiger als Bandwürmer: Spulwürmer kommen häufiger vor und sind leichter zu erkennen als Bandwürmer.

Neben Ektoparasiten können Katzen sich auch mit parasitisch lebenden Würmern anstecken. Hierbei ist ein Wurmbefall immer von verschiedenen Faktoren abhängig, wie der Jahreszeit, der geografischen Lage, den klimatischen Verhältnissen und auch der Lebensweise und den Haltungsbedingungen.

Natürlich besteht hier für freilaufende Katzen immer ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Endoparasiten, also auch als Innenschmarotzer bezeichnet, setzen sich in den inneren Organen fest.

Besteht ein massiver Wurmbefall bei einem Tier äußerst sich dieses in massiven Magen-Darm-Störungen, Appetitlosigkeit, Blutarmut, Gewichtsverlust, Verstopfungen oder einem blutigen-schleimigen Durchfall. Hingegen sind bei einem leichten Befall kaum oder auch nur sehr geringe Krankheitsanzeichen vorhanden.

Es gibt hier auch einige Würmer, die auf den Menschen übergehen können, wie beispielsweise der Katzenspulwurm und auch der Fuchsbandwurm.

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Der Nachweis einer Wurminfektion ist durch eine Kotuntersuchung möglich.

Zur Vorbeugung ist es allerdings empfehlenswert regelmäßige Wurmkuren durchzuführen, mindestens viermal jährlich. Die jeweils zwei Behandlungen sind dann in einem Abstand von einer Woche notwendig.

Spulwürmer

Normalerweise ist jede Katze ein Träger von Spulwürmern. Diese haben sich im Dünndarm angesiedelt und leben hier von Bestandteilen der Katzennahrung. Die Würmer legen hier auch eine Vielzahl von widerstandsfähigen, klebrigen Eiern ab. Diese werden dann nach einer vierwöchigen Latenzperiode infektionsfähig und können nun die Katze infizieren. Die Wurmlarven schlüpfen im Darm aus und gelangen dann durch die Darmwand in den Körper des Tieres.

Eine Wurmbehandlung tötet hier zwar die erwachsenen Parasiten ab, aber nicht die Larven. Aus diesem Grund muss das Wurmmittel auch mehrfach angewendet werden.

Es sollte immer eine Entwurmung vor Impfungen und auch bei Mutterkatzen erfolgen. Bereits säugende Tiere können die Welpen mit der Milch infizieren.

Die Diagnose auf das Vorhandensein von Spulwürmern ist normalerweise sehr einfach. Die Würmer sind etwa fingerlang, weiß, vorn und hinten spitz zulaufend. Sie werden mit dem Kot abgegeben. Durch mikroskopische Untersuchungen kann der Tierarzt auch vorhandene Wurmeier erkennen.

Bandwürmer

Im Gegensatz zu den Spulwürmern kommen Bandwürmer recht selten vor.

Zur Entwicklung benötigen alle Bandwurmarten eine Zwischenwirt, der die so genannten Finnen beherbergt. So können solche Zwischenwirte bei den Katzen Mäuse und auch Flöhe sein. Bei dem Verzehr solcher Zwischenwirte kann sich dann in der Katze ein geschlechtsreifer Bandwurm entwickeln. Es werden dann mit  Eiern versehene Glieder dieses Bandwurms ausgeschieden.

Reife Bandwurmglieder ähneln in ihrem Aussehen kleinen, weißen Nudeln. In der Regel kriechen sie selbstständig aus dem Darm heraus. Sie bleiben dann meist in der Afternähe im Fell hängen und trocknen dort ein. Natürlich werden diese Bandwurmglieder auch mit dem Kot abgesetzt. Sie wandern hier dann auf die Oberfläche.

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In der Regel erfolgt keine vorbeugende Behandlung gegen Bandwürmer, da die Mittel keine Dauerwirkung besitzen.

Wann und wie oft sollte man Katzen entwurmen?

Die Häufigkeit der Entwurmung hängt stark vom Lebensstil der Katze ab. Freigänger sollten mindestens viermal im Jahr entwurmt werden, da sie mit Beutetieren oder infiziertem Kot in Kontakt kommen. Wohnungskatzen benötigen seltener eine Behandlung, etwa ein- bis zweimal jährlich – außer sie leben mit kleinen Kindern oder immungeschwächten Personen zusammen.

Besonders wichtig ist eine Entwurmung bei trächtigen und säugenden Katzen: Diese können Wurmlarven über die Plazenta oder Milch an ihre Jungen weitergeben. Vor jeder Impfung ist ebenfalls eine Entwurmung empfehlenswert, da Wurmbefall das Immunsystem schwächen kann. Die genaue Dosierung und das richtige Präparat sollten in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Behandlung auch das Gewicht Ihrer Katze berücksichtigen.

Wie schützen sich Menschen vor übertragbaren Katzenwürmern?

Einige Wurmarten wie der Katzenspulwurm (Toxocara cati) oder der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) können auch Menschen befallen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die im Sandkasten spielen oder engen Kontakt zur Katze haben.

Um sich zu schützen, sollten Hygienemaßnahmen beachtet werden: regelmäßiges Händewaschen, kein Kontakt mit Katzenkot, gründliche Reinigung des Katzenklos und keine rohe Nahrung für Katzen. Eine regelmäßige Wurmkur schützt nicht nur das Tier, sondern auch den Halter. Auch eine Flohprophylaxe ist wichtig, da Flöhe Bandwürmer übertragen können. Beim Verdacht auf eine Infektion sollten auch Familienmitglieder ärztlich untersucht werden.

Welche Wurmkuren gibt es und wie wirken sie?

Wurmkuren sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: Tabletten, Pasten oder Spot-on-Präparate, die auf die Haut aufgetragen werden. Sie wirken entweder gegen bestimmte Wurmarten oder als Breitbandmittel gegen mehrere Parasiten gleichzeitig. Die Mittel töten in der Regel die erwachsenen Würmer, aber nicht immer die Larven oder Eier – weshalb eine Wiederholungsbehandlung notwendig ist.

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Einige Präparate wirken systemisch, andere lokal im Darm. Der Tierarzt kann auf Basis einer Kotprobe ein geeignetes Mittel auswählen. Wichtig ist, die Kur vollständig durchzuführen und auf das Körpergewicht der Katze abzustimmen. Für junge Kätzchen gibt es spezielle Präparate mit geringerer Dosierung.

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