Wo schlafen Eichhörnchen?

Eichhörnchen gehören zu den faszinierendsten Tieren unserer Wälder und Städte. Tagsüber flitzen sie flink durch die Bäume, stets auf Futtersuche. Doch wenn die Sonne untergeht, brauchen auch sie einen sicheren Schlafplatz. Dafür bauen sie kunstvolle Nester hoch oben in den Bäumen oder ziehen sich in schützende Baumhöhlen zurück. Ihre Schlafgewohnheiten, der Bau ihrer Nester und ihre Anpassungen im Winter machen deutlich, wie clever diese Tiere ihren Alltag meistern.

Wo schlafen Eichhörnchen?
Wo schlafen Eichhörnchen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eichhörnchen schlafen in Nestern, den sogenannten Kobeln.
  • Kobel bestehen aus Zweigen, Moos, Blättern und sind kugelförmig gebaut.
  • Sie nutzen mehrere Nester: ein Hauptnest und verschiedene Nebennester.
  • Im Winter halten sie keine Winterstarre, sondern eine „Winterruhe“.
  • Auch in Städten bauen sie Kobel – sogar in Gebäuden oder Balkonkästen.

Wo schlafen Eichhörnchen?

Eichhörnchen schlafen in kugelförmigen Nestern, den Kobeln, die sie hoch oben in Bäumen bauen. Alternativ ziehen sie sich auch in Baumhöhlen zurück, wenn diese ausreichend Schutz und Platz bieten.

Schlafplätze der Eichhörnchen

Eichhörnchen wählen ihre Schlafplätze sorgfältig. Am liebsten bauen sie ihre Nester hoch oben in Baumkronen. Dort sind sie relativ sicher vor Feinden und Witterungseinflüssen. Ein Kobel ist kugelförmig und misst außen 30 bis 50 Zentimeter, innen etwa 15 bis 20 Zentimeter. Der Bau dauert nur drei bis fünf Tage. Neben den selbstgebauten Nestern nutzen Eichhörnchen auch natürliche Baumhöhlen oder verlassene Spechthöhlen. Diese bieten zusätzlichen Schutz. Besonders wichtig ist die Höhe: meist etwa sechs Meter über dem Boden. So haben die Tiere einen guten Überblick und können Feinden leichter entkommen.

Ausstattung der Nester

Ein Kobel ist mehr als ein einfaches Nest. Er ist aufwendig gebaut, wasserfest und windgeschützt. Außen bestehen die Nester aus Zweigen und Blättern, innen polstern die Tiere sie mit Moos, Gras und feinen Blättern aus. Dadurch bleibt es selbst im Winter warm. Ein Kobel besitzt mindestens zwei Eingänge. Einer führt von unten in das Nest, ein zweiter dient als Fluchtweg. Diese clevere Bauweise erhöht die Überlebenschancen. In kalten Nächten rollen sich die Eichhörnchen zusammen und wickeln ihren buschigen Schwanz wie eine Decke um sich.

Mehrere Nester für Sicherheit

Eichhörnchen begnügen sich nicht mit einem Nest. Sie bauen gleich mehrere. Das Hauptnest wird besonders stabil und gemütlich ausgestattet. Dort schlafen sie nachts und ziehen im Frühjahr ihre Jungen auf. Nebennester sind einfacher konstruiert. Sie dienen als Notquartier, als Tagesrast oder Ersatz, falls das Hauptnest von Parasiten befallen ist. Auch verlassene Vogelnester nutzen sie gelegentlich. Diese Strategie schützt die Tiere vor Wetterumschwüngen und Feinden, die ihnen nachstellen könnten.

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Schlafrhythmus und Winterruhe

Eichhörnchen sind tagaktiv. Sie verbringen den Tag mit Futtersuche und Schlafen erst nach Einbruch der Dunkelheit. Im Sommer sind sie fast den ganzen Tag unterwegs. Im Winter dagegen ändert sich ihr Rhythmus. Sie halten keinen echten Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Dabei bleiben Körpertemperatur und Atmung konstant, doch die Tiere bewegen sich weniger. Sie schlafen deutlich länger und sparen Energie. Bei sehr kaltem Wetter bleiben sie auch mehrere Tage im Kobel. Trotzdem müssen sie regelmäßig Nahrung aufnehmen und nutzen dafür ihre angelegten Vorräte.

Schlafverhalten und Feinde

Eichhörnchen schlafen mit geschlossenen Augen. Anders als Kaninchen bleiben ihre Lider nicht halb offen. Ihre Schlafphasen sind dennoch stets von Gefahr bedroht. Greifvögel wie Bussard, Uhu oder Habicht zählen zu ihren Feinden. Auch Krähen, Elstern und Eichelhäher plündern Nester. Besonders gefährlich ist der Baummarder, der nachts kletternd die Schlafplätze erreicht. Deshalb ist es wichtig, dass die Nester hoch und gut geschützt gebaut sind. Das dichte Fell und der Schwanz sorgen für Wärme und zusätzlichen Schutz.

Schlafplätze in der Stadt

Auch in Städten finden Eichhörnchen Schlafplätze. Sie passen sich hervorragend an den Lebensraum des Menschen an. In Parks, Gärten und auf Friedhöfen bauen sie ihre Kobel in Bäumen. Fehlen geeignete Bäume, nutzen sie kreative Alternativen. Dazu zählen Dachböden, Jalousiekästen, Balkonkästen oder sogar Fensterbretter. Mitunter nagen sie Löcher in Hauswände, um dort Nester anzulegen. Selbst Wäschestücke von Balkonen werden zur Polsterung verwendet. Da der Lebensraum in Städten eingeschränkt ist, kann es hilfreich sein, spezielle Nistkästen für Eichhörnchen anzubringen. Diese werden schnell angenommen und bieten den Tieren einen sicheren Schlafplatz.

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Fazit

Eichhörnchen sind wahre Überlebenskünstler, wenn es um Schlafplätze geht. Ob hoch oben in Baumkronen, in schützenden Höhlen oder erfinderisch mitten in der Stadt – ihre Nester sind perfekt an die Bedürfnisse angepasst. Mit cleverem Nestbau, Vorratshaltung und Anpassung an die Jahreszeiten sichern sie sich Schutz und Geborgenheit. Wer Eichhörnchen helfen möchte, kann mit einem Nistkasten wertvolle Unterstützung leisten.

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