Pferd lässt sich nicht einfangen – Was tun?

Kennen Sie das auch…das Pferd lässt sich nicht einfangen und Sie stehen ratlos auf der Koppel? Ein häufiges Problem für viele Pferdebesitzer ist der Umgang mit einem Pferd, das sich nicht „einfangen“ lassen will. Dies ist besonders frustrierend, wenn das Pferd sich an manchen Tagen einfangen lässt, an anderen aber nicht, oder wenn es zwar den Stallmeister, nicht aber seinen Besitzer holen will.

Oft liegt der Grund dafür, dass sich ein Pferd einfangen lässt oder nicht, in seinen früheren Erfahrungen mit Menschen oder in seiner derzeitigen Beziehung zu seinem Besitzer.

Pferde, die gerne bei ihren Besitzern sind, mit dem, was mit ihnen passiert, wenn sie mit dieser Person gehen, einverstanden sind und sich gerne einfangen lassen, kommen oft zu ihrer Person… ohne dass sie eingefangen werden müssen.

Achten Sie auf das Wort, das wir verwenden, wenn wir über den Erhalt unserer Pferde sprechen… „fangen“. Raubtiere fangen ihre Beute. Beutetiere vermeiden es jedoch, „gefangen“ zu werden, da ihr Überleben von ihrer Fähigkeit abhängt, zu entkommen. Jagen Sie Ihr Pferd? Letztendlich wollen wir, dass das Pferd zu uns kommt, weil es bei uns sein möchte.

Pferd lässt sich nicht einfangen? – So klappt es bestimmt!

Befolgen Sie diese 5 Tipps, um eine vertrauensvollere Beziehung zu Ihrem Pferd aufzubauen und es dazu zu bringen, zu Ihnen zu kommen, anstatt sich einfangen zu lassen.

  1. Gehen Sie auf die Schulter zu, nicht auf den Kopf. Pferde mögen keine impulsive (drängende) Energie, die auf ihren Kopf oder Hals gerichtet ist. Wenn Sie direkt auf den Kopf Ihres Pferdes zugehen, wird das Pferd seinen Kopf von Ihnen wegbewegen. Wenn sich der Kopf dreht, neigt der Körper dazu, zu folgen, und
    das Pferd bewegt sich von Ihnen weg. Pferde bewegen sich in gekrümmten Bahnen. Führen Sie einen „Regenbogen“, der vom Kopf weg zur Schulter Ihres Pferdes schwingt. Pferde lesen Ihren ganzen Körper. Achten Sie also darauf, dass Ihr Körper so ausgerichtet ist, dass er sich nicht von den Hüften, der Körpermitte oder den Schultern in Richtung Kopf oder Hüften bewegt.
  2. Nähern Sie sich wie ein freundliches Pferd, nicht wie ein Raubtier. Raubtiere schleichen sich an ihre Beute heran, bis sie nahe genug sind, um zuzuschlagen. Diese verstohlene Körpersprache macht die Pferde wachsam und fliehbereit. Ein freundliches Pferd nähert sich einem anderen Pferd mit gestrecktem Hals und geradem oder gesenktem Kopf. Diese passive Körpersprache veranlasst das andere Pferd, den Luftaustausch zu erwidern. Imitieren Sie die Annäherung des freundlichen Pferdes, indem Sie die Grundenergie abschwächen und eine Hand (Handfläche nach unten) ausstrecken, um den gesenkten Hals des Pferdes darzustellen.
  3. Drücken Sie sich von ihm weg. Wenn Ihr Pferd die Hinterhand zu Ihnen dreht oder wegläuft, wenn Sie auf es zugehen, treiben Sie es an. Trennen Sie Ihr Pferd vom Rest der Herde, indem Sie es aus der Gruppe treiben. Stellen Sie sich zwischen Ihr Pferd und den Rest der Herde. Pferde verstehen, dass es eine Strafe für unangemessenes Verhalten ist, wenn sie aus dem Rudel herausgeschickt werden. Ein unhöfliches Pferd wird von einem ranghöheren Pferd aus der Herde gedrängt und ferngehalten, bis es Zeichen des Respekts zeigt. Schieben Sie ihn weg.
  4. Treten Sie zurück und fordern Sie das Pferd auf, sich Ihnen zu nähern. Wenn Ihr Pferd in Ihre Richtung blickt – und sei es nur ein wenig – gehen Sie ein paar Schritte zurück. Diese passive Körpersprache ist eine Einladung an das Pferd, sich Ihnen zu nähern. (Wenden Sie diese Technik nicht bei einem aggressiven Pferd an. Im Falle eines aggressiven Pferdes sollten Sie einen erfahrenen Reiter oder einen professionellen Trainer um Hilfe bitten.) Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn das Pferd wieder weggeht oder Ihnen den Rücken zuwendet. Schieben Sie einfach wieder weg und seien Sie dann bereit, sich zurückzuziehen. Diese Taktik kann bei den ersten Malen, die Sie sie ausprobieren, sehr anstrengend sein. Schließlich wird das Pferd aufhören zu versuchen, zurück in die Herde zu stürmen, sich Ihnen zuwenden, mit den Vorderbeinen im rechten Winkel stehen (ein Zeichen für Unbeweglichkeit) und den Kopf senken. Ihr Pferd wird nicht so leicht nachgeben. Aber die Anstrengung wird sich auf lange Sicht auszahlen.
  5. Analysieren Sie Ihre Beziehung zu Ihrem Pferd. Wenn Ihr Pferd Ihre Gesellschaft genießt und sich bei Ihnen wohlfühlt, wird es seine Artgenossen verlassen und zu Ihnen kommen. Wenn Ihr Pferd nicht gerne Zeit mit Ihnen verbringt, sollten Sie die bisherigen Erfahrungen Ihres Pferdes mit Menschen und die Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Pferd kommunizieren, wenn Sie es behandeln, putzen und reiten, berücksichtigen. Hat er eine positive Beziehung zu Ihnen und ist er ein williger Partner am Boden und im Sattel? Oder ist er gestresst, wütend, abweisend oder zurückgezogen?

Der Aufbau einer Beziehung zu Ihrem Pferd, die auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt beruht, führt zu positiven, dauerhaften Ergebnissen, erfordert aber konsequente Aufmerksamkeit, eine gute Körpersprache und Einfühlungsvermögen. Die eigentliche diagnostische Frage lautet: „Warum will das Pferd nicht fangen“.

Der Grund dafür ist letztlich die Beziehung zwischen dem Besitzer und dem Pferd. Pferde, denen es gefällt, was mit ihnen geschieht, wenn sie bei Ihnen sind (d. h. wie sie behandelt, geführt, gestriegelt, geklopft und geritten werden), müssen nicht „eingefangen“ werden. Wenn Ihr Pferd Ihnen vertraut, wird es sich Ihnen hingeben.

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